- Javier Milei steht unter intensiver Kritik wegen des dramatischen Wertverfalls der von ihm unterstützten Kryptowährung $Libra. Oppositionelle Politiker fordern Mileis Amtsenthebung und werfen ihm Betrug vor, der 40.000 Menschen geschädigt haben soll. Der Unternehmer Hayden Mark Davis beschuldigt Milei des plötzlichen Rückzugs der Unterstützung, was zu Panikverkäufen führte. Trotz der Kritik erklärt Davis, dass Milei weiterhin seine Unterstützung habe und beschreibt sich selbst als “seinen Berater”. Milei betont seine Unschuld und lässt mögliche Fehlverhalten durch das Büro gegen Korruption untersuchen.
In jüngster Zeit sieht sich der argentinische Präsident Javier Milei mit intensiver Kritik konfrontiert, da die von ihm unterstützte Kryptowährung $Libra einen dramatischen Wertverfall erlitten hat. Diese Entwicklung hat nicht nur Klagen ausgelöst, sondern auch Forderungen nach seiner Amtsenthebung beim Obersten Gerichtshof Argentiniens hervorgerufen. Oppositionelle Politiker beschuldigen Milei, an einem angeblichen Betrug beteiligt zu sein, der rund 40.000 Menschen finanzielle Verluste beschert haben soll.
Am 14. Februar verkündete der argentinische Staatschef auf einer Plattform mit 3,8 Millionen Followern: “Das liberale Argentinien wächst! Dieses private Projekt wird der Förderung der argentinischen Wirtschaft gewidmet sein, indem es kleine Unternehmen und Unternehmungen finanziert. Die Welt will in Argentinien investieren. $Libra.”
Innerhalb weniger Minuten stieg der Wert von $Libra von Bruchteilen eines Cents auf 4,97 US-Dollar pro Einheit. Doch das Hoch war von kurzer Dauer: Der Kurs brach auf 0,19 US-Dollar ein. Nun müssen die Staatsanwälte entscheiden, ob genügend Anhaltspunkte für eine Strafverfolgung gegen den Präsidenten und andere mögliche Verdächtige vorliegen.
Mängel in der Unterstützung
Milei wird beschuldigt, den Preis der Währung manipuliert zu haben, indem er sie öffentlich unterstützte und später diese Unterstützung abrupt zurückzog, was zu deren Zusammenbruch führte. Die ehemalige argentinische Präsidentin Cristina Kirchner äußerte sich scharf und nannte Milei einen “Krypto-Betrüger”. Sie warf ihm vor, das Land in ein Casino verwandelt zu haben, in dem er als Croupier agiere. “Der Präsident muss vor den Kongress treten. Er kann sich nicht selbst untersuchen”, erklärte der Oppositionspolitiker Esteban Paulon aus der sozialistischen Partei.
Milei distanzierte sich von dem Zusammenbruch und beteuerte, keinen Nutzen aus dem Memecoin gezogen zu haben. „Vor einigen Stunden habe ich einen Tweet abgesetzt, wie ich es unzählige Male zuvor tat, über private Initiativen, die zur Entwicklung unseres Landes beitragen wollen. Ich habe keine Verbindung zu dem Unternehmen, das diese Kryptowährung geschaffen hat, und habe keinerlei Vorteile erhalten.“ Angesichts der Ereignisse betonte das offizielle Konto des argentinischen Präsidenten, dass Milei beschlossen habe, das Büro gegen Korruption umgehend einzubinden, um eventuelles Fehlverhalten seitens Mitgliedern der Nationalregierung, einschließlich des Präsidenten selbst, zu untersuchen.
Uneinigkeit und Konsequenzen
Der Unternehmer Hayden Mark Davis, einer der Schöpfer der Kryptowährung $Libra, machte Milei ebenfalls für den Kollaps verantwortlich. “Sein Team hatte seine öffentliche Unterstützung bei der Einführung gesichert und mir versichert, dass diese Unterstützung während des gesamten Prozesses fortgesetzt würde”, erklärte der amerikanische Investor in einer Mitteilung seines Unternehmens, Kelsier Ventures.
Trotz vorheriger Zusagen hätten Milei und sein Team ihre Haltung überraschend geändert, die Unterstützung zurückgezogen und alle vorherigen Empfehlungen in den sozialen Medien entfernt, so Davis. Dieser Rückzug habe Panikverkäufe des Tokens ausgelöst. Davis betonte die Bedeutung von Vertrauen und Unterstützung bei Memecoin-Investitionen. Als Milei und sein Team ihre Beiträge löschten, fühlten sich Investoren, die ihr Vertrauen auf diese Unterstützung gesetzt hatten, betrogen.
Trotz der Anschuldigungen erklärte Davis, dass Milei weiterhin seine Unterstützung habe. Er beschrieb sich selbst sogar als “seinen Berater” und äußerte seine Absicht, an weiteren Tokenisierungsprojekten in Argentinien teilzunehmen. “Meine Hauptverantwortung war es, sicherzustellen, dass der Token über ausreichendes Volumen, Liquidität und eine solide Finanzbasis verfügte, um seinen Preis zu stützen und die Vision des Projekts umzusetzen”, rechtfertigte sich Davis. Als Berater habe er jedoch keinen Einfluss auf alle Faktoren gehabt.
Im Januar schrieb Milei über ein Treffen mit Davis, bei dem dieser angeblich über die Auswirkungen und Anwendungen der Blockchain-Technologie in Argentinien gesprochen habe. Davis widersprach Mileis Darstellung und beklagte, dass vorherige Zusicherungen nicht eingehalten wurden. Er kritisierte Mileis Handlungen und verteidigte die anderen Projektpartner, insbesondere Julian Peh, Gründer von KIP Network und Hauptsponsor des Libra Tokens, als unschuldig an jeglichem Fehlverhalten.