- Elon Musks Initiativen führten zur Demontage der USAID und bedeutenden Projekten wie Fews Net. Fews Net war entscheidend für die Vorhersage und Abmilderung von globalen Hungersnöten. Die Abschaltung von Fews Net könnte die Effektivität der Lebensmittelhilfe und internationale Stabilität gefährden. Fews Net nutzte fortschrittliche Technologien zur Vorhersage von Hungersnöten und arbeitete eng mit anderen US-Regierungseinrichtungen zusammen. Die Abschwächung von Fews Net wirft Fragen zur effizienten Nutzung von Steuergeldern und zum strategischen Nutzen in der US-Außenpolitik auf.
In einer bemerkenswerten Wendung der Ereignisse wollte das von Elon Musk ins Leben gerufene “Department of Government Efficiency” (DOGE) die Operationen der führenden internationalen Hilfsorganisation der USA, der United States Agency for International Development (USAID), überdenken und straffen. Musk war der Meinung, diese Einrichtung sei durch ineffiziente Prozesse und Korruption belastet, und eine Reform sei unausweichlich. Doch diese Maßnahmen führten letztlich zur Demontage der Agentur und bedeuteten das Aus für bedeutende Projekte wie das Famine Early Warning Systems Network (Fews Net). Dieses langjährige Datenanalyseprogramm hatte das Ziel, Lebensmittelhilfe effizienter zu verteilen, um Verschwendung zu reduzieren. Doch durch die Entziehung der Finanzmittel von USAID liegt das Programm nun lahm.
Herausforderungen der Zukunft
Ohne die Unterstützung von Fews Net muss sich die internationale Entwicklungshilfefirma Chemonics, die einen Großteil der Projektarbeit übernimmt, mit der Kündigung von 88 Prozent ihrer in den USA ansässigen Arbeitskräfte arrangieren. Diese Situation deutet auf eine weniger effektive Ära der Lebensmittelhilfe hin, was die USA möglicherweise anfälliger für zukünftige globale Krisen macht. Das Fews Net-Programm analysiert eine breite Palette von Faktoren – von Wetterphänomenen über bewaffnete Konflikte bis hin zu politischen Spannungen –, um Hungersnöte frühzeitig vorauszusagen und Ressourcen gezielt zur Schadensbegrenzung einzusetzen. Die resultierenden Berichte werden nicht nur innerhalb von USAID genutzt, sondern auch von anderen Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und Hilfsorganisationen weltweit. Auch wenn Hungersnöte nicht gänzlich verhindert werden können, ist die Erfolgsgeschichte von Fews Net bei der Vorhersage und Abmilderung von Katastrophen unbestreitbar.
Fews Net: Ein globaler Pfeiler
In der Vergangenheit hat Fews Net maßgeblich zur Rettung unzähliger Menschenleben beigetragen. Im Jahr 2016 beispielsweise wurde Schätzungen zufolge eine Million Menschen vor dem Verhungern bewahrt, als das Programm eine drohende Hungersnot im Horn von Afrika vorhersah. „Wir sind wirklich ein Fundament“, erklärt Laouali Ibrahim, ehemaliger technischer Leiter von Fews Net in Westafrika, und fügt hinzu: „Ohne Fews Net würden Systeme kollabieren und die Qualität früher Warnungen würde abnehmen.“ Eine aktuelle Mitarbeiterin von Fews Net im südlichen Afrika, die anonym bleiben möchte, äußert ebenfalls Besorgnis über die Abschaltung des Programms. Gerade in der „mageren Saison“, wenn Nahrungsmittelhilfe besonders dringend benötigt wird, spürt man bereits Auswirkungen.
USAID gründete Fews Net 1985 als Reaktion auf eine Reihe von Hungersnöten, die Äthiopien und die Sahelzone Afrikas heimsuchten. Diese humanitäre Katastrophe entfachte ein neues Interesse an internationaler Entwicklungszusammenarbeit. Obwohl die politische Unterstützung für Auslandsentwicklungshilfe in den USA schwankt, unterstreichen Befürworter wie Marco Rubio, amtierender Verwalter von USAID, die Dringlichkeit solcher Programme. Während Rubio bereits Notbefugnisse vergeben hat, um lebensrettende Projekte weiterzuführen, bleiben viele Initiativen auf der Strecke. Innerhalb dieses Spannungsfelds hoffen Organisationen wie Chemonics auf eine Rücknahme der Kürzungen, um Fews Net wieder zum Leben zu erwecken.
Bedeutung für die Außenpolitik
Fews Net nutzte fortschrittliche Technologien, um Hungersnöte vorherzusagen, darunter künstliche Intelligenz und Daten aus Satellitenüberwachung. Diese Instrumente ermöglichten es, politische Konflikte sowie wirtschaftliche Auslöser für Hungersnöte zu prognostizieren und adäquate Maßnahmen einzuleiten. Indem Fews Net mit anderen US-Regierungseinrichtungen kooperiert, profitiert es auch von der Expertise der NASA und der United States Geological Survey. Die Zusammenarbeit mit diesen Institutionen ist von entscheidender Bedeutung, um umfassende Analysen bereitzustellen, die weit über oberflächliche Prognosen hinausgehen.
Laura Glaeser, eine ehemalige Führungsfigur bei Fews Net, betont, dass das Programm eine essenzielle Rolle bei der Verteilung von Lebensmittelhilfe spielt. Eine Schwächung des Programms stelle die Fähigkeit der US-Regierung, Steuergelder effektiv zu nutzen, in Frage. Während Fews Net als Instrument humanitärer Hilfe unverzichtbar ist, dient es auch als strategisches Werkzeug der amerikanischen Außenpolitik, da die Qualität und Tiefe seiner Analysen als Standard gilt. Indem es frühzeitig auf Versorgungsengpässe aufmerksam macht, hat es das Potenzial, sowohl nationale als auch internationale Stabilität zu fördern.