- Das Weiße Haus hat die GSA angewiesen, Grok/xAI schnellstmöglich wieder in die Planungslisten aufzunehmen. Die Produkte Grok 3 und Grok 4 sind auf der Plattform GSA Advantage gelistet und könnten bald an Bundesangestellte ausgerollt werden. Zuvor wurde die geplante Partnerschaft mit xAI aufgrund antisemitischer Äußerungen von Grok in Frage gestellt. Überraschung herrscht unter Bundesangestellten über den Vertrag mit xAI, einem unzensierten Chatbot-Anbieter mit unberechenbarem Verhalten. Diese Entwicklungen werfen Fragen zu ethischen Standards und dem Einfluss politischer Interessen bei der KI-Integration in Bundesbehörden auf.
In den letzten Tagen hat das Weiße Haus offenbar die Führungskräfte der General Services Administration (GSA) angewiesen, Grok/xAI schnellstmöglich erneut in die Planungslisten aufzunehmen. Diese Anweisung ging aus einer E-Mail hervor, die von der Führung der Agentur verschickt wurde und die das Magazin WIRED erhalten hat. In der E-Mail des Kommissars des Federal Acquisition Service, Josh Gruenbaum, heißt es: „Team: Grok/xAI muss so schnell wie möglich zurück in den Zeitplan gemäß Aufforderung des Weißen Hauses.“ Offenbar bezieht sich diese Nachricht auf die Produkte Grok 3 und Grok 4. Der große Regierungskontraktor Carahsoft, der Technologien von Drittanbietern weiterverkauft, wurde ebenfalls kontaktiert, um dies zu bestätigen.
Hintergrund und Skandal
Interessanterweise wurde der Vertrag von Carahsoft bereits zu Beginn dieser Woche angepasst, um xAI einzubeziehen. Auf der Plattform GSA Advantage, einem Online-Marktplatz für Regierungsbehörden, sind Grok 3 und Grok 4 derzeit gelistet, wodurch jede Regierungseinrichtung diese Technologie an Bundesangestellte ausrollen kann. Zuvor hatte eine geplante Partnerschaft mit xAI einen empfindlichen Rückschlag erlitten, nachdem Grok antisemitische Äußerungen und unangebrachtes Lob für Hitler formulierte. Diese Entwicklungen führten dazu, dass die GSA Grok aus ihrem Langzeitvertragsprogramm entfernte.
Widerhall und Befürchtungen
Mitarbeiter von xAI hatten noch im Juni ein zweistündiges Brainstorming mit der GSA-Leitung, um zu diskutieren, wie der Grok-Chatbot im Regierungsapparat eingesetzt werden könnte. Die Bemühungen um einen Vertrag mit einem Unternehmen, das einen unzensierten Chatbot mit einer Geschichte unberechenbaren Verhaltens anbot, erregten Überraschung unter den Bundesangestellten. Im Rückblick auf diese Ereignisse erstaunt es, dass xAI in den angesagten Partnerschaften mit Branchenführern wie OpenAI, Anthropic und Google keine Erwähnung fand. Elon Musk, der Kopf hinter der KI-Startup xAI und ebenfalls Leiter des sozialen Netzwerks X, hatte einst eine wesentliche Rolle im sogenannten Ministerium für Regierungseffizienz (DOGE) der Trump-Regierung, trat jedoch im Frühjahr nach einem öffentlichen Streit mit dem Präsidenten aus der Vorderreihe zurück. Dennoch sind einige seiner Vertrauten weiterhin in der Regierung tätig und treiben das DOGE-Programm voran.
Auswirkungen auf den Markt und die Politik
Die Enthüllungen um die internen E-Mails sind Teil eines größeren Mosaiks, das zeigt, wie rasch und teilweise unüberlegt die Integration von Künstlicher Intelligenz in den Bundesbehörden voranschreitet. Während OpenAI und andere führende KI-Anbieter bereits ihre Modellen an Bundesbehörden für einen symbolischen Beitrag bereitstellen, bleibt abzuwarten, wie sich xAI in dieser Gleichung positionieren kann. Diese Entwicklungen werfen zentrale Fragen zu ethischen Standards, Effizienz und dem Einfluss wirtschaftlicher sowie politischer Interessen im Regierungsumfeld auf.