- Scott Langmack und andere DOGE-Vertreter haben Zugang zu sensiblen HUD-Daten, was potenzielle Interessenkonflikte schafft. Langmacks Rolle bei Kukun und DOGE wirft Fragen bezüglich Datenschutz und möglichen Nutzen aus den Daten auf. Experten warnen vor der Gefahr, dass DOGE-Mitarbeiter durch ihren Zugang zu HUD-Systemen einzigartige Einblicke in den Immobilienmarkt erhalten könnten. HUD-Sprecherin Kasey Lovett betont die sichere Zusammenarbeit zwischen DOGE und HUD, trotz der geäußerten Bedenken. Der Zugriff durch DOGE-Mitarbeiter könnte laut interner Kritik Schwachstellen in der Datensicherheit aufdecken.
Am 10. Februar erhielten die Mitarbeiter eine E-Mail mit der Aufforderung, alle Verträge des Büros aufzulisten und zu vermerken, ob diese „kritisch“ für die Behörde seien und ob sie DEI-Komponenten enthalten. Unterzeichnet wurde diese Nachricht von Scott Langmack, der sich als Senior Advisor des sogenannten Department of Government Efficiency (DOGE) vorstellte. Laut seinem LinkedIn-Profil hat Langmack bereits eine andere Rolle: Er ist Chief Operating Officer bei Kukun, einem Proptech-Unternehmen, das sich, gemäß seiner Mission, auf die Aggregation schwer zu findender Daten spezialisiert hat. Diese Mehrfachrollen, ähnlich wie bei anderen DOGE-Vertretern wie Tom Krause, können potenziell Interessenkonflikte schaffen, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass Langmack Anwendungszugang zu kritischen Systemen im HUD hat, welche bedeutende Finanzdaten enthalten.
Zugang zu sensiblen Daten
Ein anderer von WIRED identifizierter DOGE-Mitarbeiter ist Michael Mirski, der bei TCC Management tätig ist, einer in Michigan ansässigen Firma im mobilen Wohnumfeld. Mirski hat ebenfalls weitreichenden Zugang zu HUD-Systemen. Dokumente zeigen, dass die DOGE-Vertreter insgesamt Zugang zu fünf verschiedenen HUD-Systemen haben. Dies gewährt ihnen Zugang zu einer riesigen Menge an Daten, von den persönlichen Daten aller Empfänger von Wohnungsbeihilfen bis zu Informationen über Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und von HUD unterstützte Projekte. Experten und HUD-Quellen warnen, dass dieser Zugang potenziell einen einzigartigen Einblick in den US-Immobilienmarkt verschaffen könnte, was Begehrlichkeiten wecken könnte.
Potentiale Interessenkonflikte
Kukun äußerte sich nicht zu Fragen, ob Langmack während seiner Tätigkeit bei HUD Gehalt bezieht. Mirski soll bis Juli beurlaubt sein. Die Sprecherin von HUD, Kasey Lovett, dementierte jegliche Anschuldigungen und betonte die Zusammenarbeit zwischen DOGE und HUD. Die Anfälligkeiten liegen jedoch auf der Hand: Die Möglichkeit, interne Informationen im Immobiliensektor zu nutzen, scheint reell. Das Proptech-Unternehmen Kukun, das sich auf die Analyse von Investitionsrenditen spezialisiert hat, könnte von diesen Informationen überaus profitieren. Der Einsatz automatisierter Bewertungsmodelle hängt maßgeblich von dem zur Verfügung stehenden Datenumfang ab, eine potenzielle Gefahr bei der Verbindung zwischen privatem Sektor und Regierungszugriffen.
Das Risiko besteht nicht nur im potenziellen Interessenkonflikt, sondern auch in der Möglichkeit, HUD-Programme schlichtweg nicht zu verstehen. Langmacks und Mirskis Zugänge und Berechtigungen werfen Fragen in Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit auf. Intern gibt es Bedenken darüber, dass der Zugriff über Anwendungsebene zwar theoretische Schutzmaßnahmen bietet, jedoch nichts gegen die Möglichkeit eines Datenlecks unternehmen kann. HUD muss hier strenge Sicherheitsmaßnahmen beibehalten, um sowohl Datenschutz als auch das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewährleisten.