- Elon Musk hat mit seinem „Department of Government Efficiency“ erhebliche Unruhe in US-amerikanischen Bundesbehörden verursacht. DOGE erlangte innerhalb kürzester Zeit Zugang zu sensiblen Daten aus verschiedenen Ministerien, was zu Datenschutzbedenken führte. Der Privacy Act von 1974 könnte DOGEs Handlungen einschränken, da mehrere Klagen behaupten, dass der Datenzugriff unrechtmäßig ist. Die Ausnahmen des Privacy Acts, wie „routine use“ und „need to know“, stehen im Zentrum der rechtlichen Auseinandersetzungen. Die Ergebnisse der Klagen gegen DOGE und die Trump-Administration könnten entscheidend für die zukünftige Datenpolicy sein.
Elon Musk, mit seinem sogenannten „Department of Government Efficiency“ (DOGE), hat in den letzten Wochen erhebliche Unruhe in den US-amerikanischen Bundesbehörden verursacht. Seit die Trump-Administration begann, die Reihen der Staatsbediensteten zu säubern, setzen Regierungskritiker, die DOGE gerichtlich bekämpfen, ihre Hoffnung auf ein fünfzig Jahre altes Gesetz. Innerhalb kürzester Zeit haben DOGE-Mitarbeiter Zugang zu Daten des Office of Personnel Management, des Finanzministeriums, des Bildungsministeriums, der Federal Emergency Management Agency und zu umfangreichen Informationen des Arbeitsministeriums erlangt. Sogar das Weiße Haus drängt den Internal Revenue Service, dem DOGE Zugang zu gewähren. Die amtierende Direktorin der Social Security Administration weigerte sich, dem DOGE Zieldaten ihres Amts zu überlassen.
Der Datenschutzakt von 1974
Mehr als ein halbes Dutzend Klagen versuchen, zu verhindern, dass DOGE-Mitarbeiter durch diese enormen Datenmengen stöbern. Der Hauptvorwurf: DOGEs Handlungen verstießen gegen den Privacy Act von 1974. Dieses Gesetz, das in der Nach-Watergate-Ära verabschiedet wurde, reguliert, wie die Regierung Informationen über amerikanische Bürger sammelt, verwendet und weitergibt. Die Kernelemente des Gesetzes umfassen das Recht der Bürger, auf ihre eigenen Aufzeichnungen zuzugreifen und diese zu korrigieren, falls sie Fehler enthalten. Zudem werden Behörden verpflichtet, den Zugriff auf Daten zu beschränken, Verzeichnisse von Datenbanken zu veröffentlichen und Daten vor Hackerangriffen zu schützen.
Warum der Privacy Act heute wichtig ist
Der Privacy Act verbietet es einer Behörde, ohne schriftliche Zustimmung oder einen der zwölf im Gesetz genannten Ausnahmen die Daten einer Person selbst innerhalb der Behörde weiterzugeben. Diese Ausnahmen betreffen zum Großteil spezifische Situationen wie parlamentarische Aufsicht, Strafverfolgung oder gerichtliche Anordnungen. Zwei Ausnahmen jedoch sind ziemlich weit gefasst: Behörden dürfen Aufzeichnungen mit ihren Mitarbeitern teilen, solange diese die Informationen zur Erfüllung ihrer Aufgaben brauchen – oder sie an Dritte weitergeben, sofern dies mit dem ursprünglichen Zweck der Datenerhebung kompatibel ist.
Kritiker von DOGE, darunter demokratische Politiker, Gewerkschaften und Regierungsüberwachungsgremien, argumentieren, dass der Zugang zu sensiblen Regierungsdaten einen bedeutenden Verstoß gegen die Privatsphäre darstellt. Trump hingegen hält dogmatisch fest, dass DOGE die Daten benötige, um ineffiziente Ausgaben zu identifizieren und Programme zu schließen, die seiner Agenda im Wege stehen. Ob das Privacy Act DOGEs Handlungen einschränken kann, hängt nun davon ab, ob mehrere Richter die Argumentation der Trump-Administration billigen, dass das Gesetz DOGEs Zugriff nicht verbietet. Dabei stützen sie sich auf die Ausnahmen „routine use“ und „need to know“.
Die Klagewelle gegen DOGE
Es gibt derzeit mindestens acht Klagen gegen die Trump-Administration aufgrund von DOGEs Datenzugriff. Kläger werfen DOGE, Musk und dem Office of Personnel Management vor, unrechtmäßig Zugang zu einer Datenbank für Bundesangestellte gewährt zu haben. Weitere Klagen richten sich gegen das Bildungsministerium wegen der Herausgabe von Schuldaten und das Finanzministerium wegen Steuerunterlagen. In allen Fällen berufen sich die Kläger darauf, dass DOGEs Handlungen im Widerspruch zum Privacy Act stehen. Wie die Gerichte letztlich entscheiden werden, bleibt abzuwarten. Die rechtlichen Auseinandersetzungen könnten für DOGE zur entscheidenden Hürde werden.