- Ab Freitag unterliegen kleine Pakete in die USA Zollgebühren, unabhängig vom Wert. Die Aussetzung der “de minimis”-Importausnahme für unter 800 Dollar wurde aufgehoben. Die Zölle variieren je nach Ursprungsland zwischen 10 und 50 Prozent des Warenwerts. Private Verkäufer auf Plattformen wie Etsy sind besorgt über die Auswirkungen auf ihre Preise. Händler müssen entscheiden, ob sie die Zusatzkosten selbst tragen oder an Kunden weitergeben.
Ab Freitag werden kleine Pakete, die in die USA importiert werden, einer Zollgebühr unterzogen. Die Regierung erhebt eine neue Steuer auf alle Pakete, die ins Land kommen – unabhängig vom Wert. Diese Änderung ist Teil der Handelspolitik der Trump-Administration und basiert auf einer Anordnung, die im Juli herausgegeben wurde. Dadurch wurde die vorübergehende Aussetzung der sogenannten “de minimis”-Importausnahme amtlich aufgehoben, die zuvor erlaubt hatte, Sendungen im Wert von unter 800 Dollar zollfrei in die USA einzuführen. Ab sofort müssen Verkäufer, die Waren in die USA versenden, Gebühren zahlen, selbst wenn der Warenwert deutlich unter 800 Dollar liegt.
Neue Tarife verunsichern Märkte
Die Höhe der Zölle variiert und hängt von dem Ursprungsland der Sendung ab. Diese Gebühren können zwischen 10 und 50 Prozent des Warenwertes betragen. Für mindestens die nächsten sechs Monate können Versender alternativ eine Pauschale zahlen, die zwischen 80 und 200 Dollar pro Sendung liegt. Diese Regelung hat zu Besorgnis bei privaten Verkäufern auf Plattformen wie Etsy geführt, da die zusätzlichen Kosten ihre maßgeschneiderten Waren teurer machen könnten. Die Anpassungen führen zudem zu Unsicherheiten im Handel und in den Lieferketten, da Händler sich überlegen müssen, wie sie die Preisänderungen an die Kunden weitergeben können.
Gegenstrategien und ihre Grenzen
Wer privat ein Paket versenden möchte, kann es als Geschenk deklarieren, um die neuen Kosten zu umgehen, vorausgesetzt, der Warenwert liegt unter 100 Dollar. Für Unternehmen oder Etsy-Verkäufer stellt diese Taktik allerdings keine Lösung dar, da sie als Versuch gesehen werden könnte, den Zoll zu umgehen. Die Überwachung solcher Umgehungsversuche hat hohe Priorität bei den amerikanischen Behörden. Generell sind die neuen Gebührensätze eine große Herausforderung für Verkäufer, vor allem für unabhängige kleine Händler, die weniger Ressourcen haben, um die zusätzlichen Kosten zu absorbieren.
Langfristige Auswirkungen auf den Verbrauchermarkt
Letztlich müssen Händler die Zusatzkosten entweder selbst tragen oder an die Kunden weitergeben. Obwohl die Aussetzung der “de minimis”-Ausnahme größere wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen könnte, scheinen die Auswirkungen auf US-Verbraucher weniger dramatisch zu sein. Die Preise für Alltagswaren und essenzielle Güter sind von dieser Änderung vermutlich nicht betroffen, sodass die Verbraucher den zusätzlichen Belastungen weitgehend ausweichen könnten. Trotz der Turbulenzen und Verunsicherung, die diese Regelungen in den Märkten verursachen, wird erwartet, dass sich das Verbraucherverhalten nur in geringem Maße anpassen muss.